Das zweite von Zogby International und Reuters für das Internationale Forum der Chefredakteure durchgeführte „Redaktionsbarometer" zeigt, dass 85 Prozent der Redakteure sehr optimistisch oder ziemlich optimistisch über die Zukunft ihrer Zeitung sind. Die Zahl ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Die unter 704 leitenden Redakteuren überall in der Welt im März 2008 durchgeführte Umfrage ergab:
86 Prozent glauben, dass integrierte Print- und Online-Redaktionen die Norm sein werden, und 83 glauben, dass innerhalb von fünf Jahren von Journalisten erwartet wird, Inhalt für alle Medien zu produzieren.
Eine Mehrheit - 58 Prozent -- glaubt, dass die rückläufige Leserzahl unter jungen Lesern die grösste Bedrohung für die Zukunft der Zeitungen darstellt.
Zwei Drittel glauben, dass einige redaktionelle Funktionen ausgegliedert werden, trotz des vielfachen Widerstands, auf den diese Praxis in den Redaktionen stösst.
„Die Umfrage zeigt, dass Chefredakteure bereits multimedial orientiert und gut gerüstet sind, den Übergang von Nur-Print zu Print und Online zu bewerkstelligen," so Bertrand Pecquerie, Direktor des Internationalen Forums der Chefredakteure.
Monique Villa, Geschäftsführerin von Reuters Media sagte: „Das Redaktionsbarometer 2008 macht den anhaltenden Optimismus im Hinblick auf die Zukunft der Zeitungswirtschaft und die Bereitschaft der Redakteure deutlich, die vor ihnen stehenden komplexen Aufgaben einer multimedialen Welt anzunehmen.“
„Reuters ist sehr erfreut, an dieser wichtigen Umfrage schon im zweiten Jahr beteiligt zu sein. Mit über 700 Teilnehmern weltweit weist das Redaktionsbarometer die Veränderungen und Trends aus, die sich in jeder Region überall in der Welt Jahr für Jahr ergeben, und ermöglicht so einen allgemeinen Überblick über die Branche". Die Umfrage ergab:
Eine Mehrheit der Redakteure - 56 Prozent - glaubt, dass Nachrichten in Zukunft kostenlos sein werden, im Vergleich zu 48 Prozent in der letztjährigen Umfrage. Nur ein Drittel glaubt, dass für Nachrichten auch weiterhin bezahlt werden muss, während 11 Prozent angaben, nicht sicher zu sein.
Eine Mehrheit - 44 Prozent - glaubt, dass Online künftig die am stärksten genutzte Plattform für das Lesen von Nachrichten sein wird, verglichen mit 41 Prozent im letzten Jahr. Einunddreissig Prozent nannten Print (gegenüber 35 Prozent im letzten Jahr), 12 Prozent Mobilfunk und 7 Prozent E-Paper. Der Rest war nicht sicher.
35 Prozent sagten, der Schulung der Journalisten in den neuen Medien müsse beim Investieren in redaktionelle Qualität erste Priorität zukommen. Mehr Journalisten einzustellen, wurde von 31 Prozent genannt, im Vergleich zu 22 Prozent im letzten Jahr.
Zwei Drittel der Befragten glauben, dass Meinungsartikel und Analysen an Bedeutung zunehmen werden.
Die Ergebnisse des Redaktionsbarometers, die heute bei einer Pressekonferenz am Firmenhauptsitz von Reuters in London veröffentlicht werden, sind auch in „Trends in Newsrooms 2008“ enthalten, dem jährlichen Bericht des WEF über die neuesten redaktionellen Entwicklungen überall in der Welt (www.trends-in-newsrooms.org). Das Redaktionsbarometer, eine Zusammenarbeit zwischen dem WEF, Zogby and Reuters, wird als jährliche Umfrage durchgeführt, um Veränderungen in Redaktionsmentalität und Redaktionsstrategien weltweit feststellen zu können.
Ergebnisse der Umfrage finden sich unter www.editorsweblog.org.
Über das Internationale Forum der Chefredakteure Das in Paris ansässige Internationale Forum der Chefredakteure (WEF) (->www.worldeditorsforum.org]) ist die Organisation für Chefredakteure und andere leitende Führungskräfte der Zeitungen im Weltverband der Zeitungen (WAN). Als globale Organisation der Zeitungswirtschaft vertritt WAN 18.000 Zeitungen. Ihm sind 77 nationale Zeitungsverbände, 12 Nachrichtenagenturen, zehn regionale und internationale Presseverbände sowie Zeitungsunternehmen und Führungskräfte der Zeitungen in 102 Ländern angeschlossen.
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